Fuck Bitcoin

Rückblick. Was war das für eine tolle Zeit vor 30 Jahren als der Computer die Wohnzimmer eroberte. Mit dem Computer kam auch das Internet, unreguliert und anarchistisch, ein Schlaraffenland für Technikfreaks. Ich war selbst einer von denen.

Was waren das doch für Zeiten, als man händeringend nach Leuten suchte, die programmieren konnten. Der Bedarf an Desktop-Applikationen war zu dieser Zeit immens und man konnte sich als Softwareentwickler aussuchen, wo und woran man arbeiten wollte. Ich war selbst einer von ihnen und ich war süchtig nach Code.

Nächtelange Arbeit im Büro, einen Schlafsack in Griffweite um sich unter einen Bürotisch verkriechen zu können, wenn man vor Müdigkeit nicht mehr konnte und die Abdrücke der Tastatur auf der eigenen Stirn vermeiden wollte. Die wichtigen Telefonnummern für Pizzaservice, Getränkelieferdienst und Hardwarelieferanten kannte man auswendig und man war stolz auf seine Fähigkeit durchzuarbeiten. Ganze 54 Stunden am Stück war damals mein längster Arbeitstag, auch nachher habe ich diesen Rekord niemals brechen können.

Software, Computer und das Internet waren ein Abenteuer, anarchistisches Neuland, ein Spielplatz für Technofreaks, Cyberpunks und Futuristen. Es gab Microsoft, Netscape, AOL und einige weitere Firmen, die heute keiner mehr kennt. Es fehlten Entwickler an allen Orten, ich war codiersüchtig, empfand das, was ich tat, nicht einmal als Arbeit und das Leben war gut. In meiner Freizeit las ich Sachbücher zur Entspannung und schrieb Software für Linux zum Spass und vernachlässigte meine Musik. 

Mit Software für das Monitoring und die Verwaltung von Transplantationspatienten habe ich als Kleinunternehmer für die Pharmaindustrie gearbeitet, damals wusste ich nicht viel über die Machenschaften dieser Branche, mich interessierte in erster Linie das technische Problem, die Herausforderung, das Lösen von Problemen auf Softwareebene. Und so kam es auch, dass ich für Konzept und Ausführung fast nebenbei einen begehrten Entwickler-Preis gewann.

Doch es kam, wie es kommen musste. Eine Monopolstellung einzelner Firmen, genannt sei hier einmal Microsoft, verzerrte die rasante Entwicklung des Internet und immer mehr wurden Regularien eingeführt, neue Standards gesetzt, die neue Technologien samt neuer Hardware voraussetzen. Der Update- und Upgradewahnsinn hatte begonnen.

Kaum hatte man eine Software geschrieben und veröffentlicht, wurde an der nächsten hoffentlich besseren Version derselben gearbeitet um Fehler auszubügeln oder neue Funktionen einzubauen. Ganz anders als in der Autoindustrie vorausgesetzt wird, waren Softwareprodukte selten fehlerfrei und der Markt zwang Entwickler schnellstens für Bugfixes, Updates und erweiterte Versionen zu sorgen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Fast. Denn es gibt eine Software, die heute weltweit verwendet wird, die aber nicht so weiterentwickelt wurde, wie das normalerweise bei anderer Software der Fall ist. Die Rede ist von Bitcoin. Eine Software, die erstmals 2009 im Internet erschienen war und vollmundig als Ersatz für das bisherige Geldsystem beworben wurde. Es gab früh schon Bestrebungen, die klar vorhandenen Unzulänglichkeiten mittels Updates auszubügeln, doch diese neuen Bitcoins wurden vom Markt nicht angenommen und der ursprüngliche Bitcoin wurde nie ersetzt.

Die Geschichte der frühen Bitcoinzeit liest sich wie ein Krimi und es zeigt sich, dass da noch allerlei staatliche Organisationen und private Interessengruppen die Finger im Spiel hatten. Bitcoin wurde damals als direkte Konkurrenz zum bestehenden Geldsystem gehandelt und da hatten viele Leute, allen voran die Banken und deren Besitzer und der Staat, ein natürliches Interesse daran, dass Bitcoin nicht erfolgreich sein würde. Es stellte eine Gefahr für den herrschenden Status Quo dar, eine reale Gefahr für das existierende Geldsystem und für diejenigen, die daran profitierten.

Als Softwaremensch interessierte mich damals nicht die monetäre Verwendung von Bitcoin, sondern vor allem die Blockchain, die viele Probleme löste, die damals mit der Verwendung von Datenbanken unvermeidlich waren. Ein ständiges Übel war, dass wenn mehrere Benutzer dieselbe Datenbank verwenden wollten, sehr schnell ein Problem mit Datensätzen aufkam – man musste im schlimmsten Fall selbst von Hand überprüfen, welche Datensätze neuer waren und welche Änderungen in bestehenden Datensätzen vorgenommen wurden. Wenn mehrere Leute gleichzeitig auf die Datenbank zugriffen, war ein Durcheinander in der Datenbank garantiert. Die Blockchain löste dieses eine Problem.

Doch diese Blockchain hatte ein anderes Problem. Um die neue Technologie als vollwertige Datenbank benutzen zu können fehlte die Kapazität um große Datenmengen zu speichern. Die Blockchain organisierte nur die Transaktionen und das benötigte wenig Speicherplatz. Unmöglich hingegen war es, ein Bild oder auch nur Textbausteine auf der Blockchain selbst zu speichern. Technisch nicht vorgesehen, zu langsam und viel zu teuer.

Ethereum war ein Meilenstein. Mit dieser Blockchain war es möglich, kleine Programme, genannt Smart Contracts, auf der Blockchain laufen zu lassen, indem diese direkt auf der Blockchain selbst gespeichert werden konnten. Das machte den Erfolg von ETH aus und Benutzer in aller Welt stürzten sich auf diese neue Technologie. Aber bald stellte sich heraus, dass ETH auch nicht ideal war, um die geforderten Aufgaben zu erfüllen. Es war immer noch nicht möglich, größere Datenmengen auf der Blockchain selbst zu speichern. Man war auf Server außerhalb der Blockchain angewiesen um zum Beispiel ein NFT in Form eines Bildes abzuspeichern, während man nur den Link zu dieser Datei auf der Blockchain selbst vermerkte. Die Blockchain mochte dezentral sein, doch die dazu gehörigen Daten wurden zentral auf Cloud-Servern von Google, Amazon oder anderen Dienstleistern gespeichert. Zentral heißt in diesem Falle, dass die dort gespeicherten Daten und die Server unter der Kontrolle dieser Firmen stehen und mit einem Knopfdruck abgestellt werden können.

Bitcoin konnte die Aufgabe eines Zahlungssystems aus technischen Gründen schon früh nicht erfüllen. Es war zu langsam und zu teuer und trotzdem, jegliche Bemühungen Bitcoin zu verbessern und es günstiger und skalierbarer zu machen scheiterten bislang. Es gab und gibt heute noch verschiedene Clone von Bitcoin, wie etwa Litecoin oder Bitcoin Cash, die schneller und günstiger sind als Bitcoin, doch diese blieben mehr oder weniger erfolglos, da auch auf diesen Blockchains keine Daten, bzw. Smart Contracts gespeichert werden konnten. So gab es sich, das Bitcoin nicht mehr als alternatives Zahlungssystem gesehen wurde, sondern man fing an es als digitales Gold zu bezeichnen. Ein sehr erfolgreicher Marketinggag, denn digitales Gold gibt es ebenso wenig wie digitale Nahrungsmittel oder digitale Fortbewegungsmittel. Technisch gesehen ist Bitcoin ein Fossil. Alte, überholte Technik.

Bitcoin zu benutzen ist unbequem, teuer und langsam. Alternativen wurden gesucht, gefunden und wieder verworfen. Bitcoin sitzt fest und entwickelt sich nicht weiter, um sich den Erfordernissen anzupassen. Ethereum im Gegensatz, ist nicht auf eine bestimmte Menge Coins limitiert und so fällt dort der monetäre Effekt weg, da sich die Anzahl existierender Coins beliebig vergrößern lassen, genau wie es beim Fiatgeld der Fall ist. Eine organische Weiterentwicklung von Bitcoin wurde erfolgreich behindert und so ist Bitcoin nicht mehr das für was es eigentlich konzipiert war. Es ist als alltagstaugliches dezentrales Geld unbrauchbar.

Es gibt allerlei Hilfsnetzwerke, Layer 2 genannt, die vorgeben, Bitcoin zu einem Zahlungssystem zu machen. Doch nur allzu oft sind solche Zusatznetze zentral gesteuert, haben technische Unzulänglichkeiten und widersprechen dem dezentralen Konzept von Bitcoin. Keines davon war bislang sonderlich erfolgreich. PayPal ist für digitale Zahlungen immer noch viel einfacher und weniger kompliziert. Man kann heute mit Sicherheit sagen, dass Bitcoin als alternatives dezentrales digitales Zahlungssystem für die Masse gescheitert ist. Die Währung für das Volk wurde zum Investmentvehikel der Großbanken umgebaut. Diese kaufen Bitcoin in großen Mengen und verkaufen ihren Kunden Papieranteile davon. Der Kunde, der über einen ETF bei einer Bank Bitcoin kauft, kauft keine Bitcoin direkt, sondern einen Papieranteil der ihm erlaubt an den Gewinnen und auch den Verlusten ohne Eigentums- oder Besitzrechte zu partizipieren. Es ist jetzt schon abzusehen, dass sich Bitcoin selbst, die Miner und das Netzwerk eines Tages voll reguliert in den Händen der Großbanken befinden wird.

Mehr als 95 % aller Kryptoprojekte sind Betrug, halten nicht, was sie versprechen oder sind schlicht nutzlos.

Kaum eine Kryptowährung ist wirklich dezentral, da die meisten Nodes auf Servern von einigen wenigen und immer denselben Dienstleistern laufen. Die Kryptobranche befindet sich technisch in einer Sackgasse, auch wenn dies diejenigen, die Krypto als Casino sehen und damit zocken gar nicht interessiert. Krypto ist heute Hype und Marketing, von der darunterliegenden Technologie und der Software haben die meisten keine Ahnung.

Die beiden Hauptaspekte von Krypto, Preis und Technologie sind heute völlig losgelöst voneinander. Für die meisten Enthusiasten ist der Preis wichtig und ob man damit Geld verdienen kann. Wer als Softwareentwickler auf die Technologie selber schaut, steht meist sehr einsam da.

Bitcoin Mining Farm

Das Internet mag an sich dezentral erscheinen, ist aber von der Struktur her zentral organisiert. Eine Webseite mit Dienstleistungen befindet sich auf einem einzelnen Server, meist als Teil einer großen Serverfarm, die einer großen Firma gehört, und die dazugehörigen Dateien sind nur dort zentral einmal gespeichert. Jeder, der die Webseite aufruft, stellt eine Verbindung zu genau diesem Server her und sollte dieser ausfallen, besteht keine Möglichkeit mehr die Webseite oder den Dienst aufzurufen. Sollte sich ein NFT oder sonstige, von einer Blockchain ausgelagerte Daten auf einem dieser Server befinden, sind diese bei einem Ausfall auch nicht mehr zugänglich.

Bitcoin war als deflationäres Zahlungssystem konzipiert und hat nur eine begrenze Anzahl von Coins, die zur Verfügung stehen. Blockchains wie Ethereum haben kein Limit an Coins, sind jedoch in erster Linie als Basis für dezentrale Applikationen gedacht. Applikationen, die technisch bedingt außerhalb der Blockchain auf zentralen Servern laufen müssen, weil der Speicherplatz auf der Blockchain selbst unbezahlbar ist.

Als Softwareentwickler kann ich nicht beurteilen, mit welcher Kryptowährung man am meisten Geld generieren kann. Ich kann aber die dahinterstehende Technologie beurteilen und sagen, welche Blockchain einen Nutzen hat und wie sie funktioniert. Hier gilt es zu unterscheiden, ob es sich um eine Blockchain für den schnellen Zahlungsverkehr, oder um ein Gerüst für Applikationen handelt.

Dabei ist für ein Zahlungssystem wichtig, dass die Coins limitiert sind, also nicht beliebig zu vervielfältigen sind, wie das gegenwärtige staatliche Betrugsgeld. Eine Blockchain für Applikationen muss die Möglichkeit bieten, Daten und ganze Applikationen selbst zu günstigen Preisen direkt auf der Blockchain abzuspeichern, damit selbst wenn ein Server ausfällt, die Applikation samt Daten durch das dezentrale Konzept immer noch verfügbar ist. Erst wenn alles auf der Blockchain selbst abgespeichert werden kann, ist sie auch wirklich dezentral und die darauf gespeicherten Daten haben nur einen, nämlich den rechtmäßigen Besitzer, der nun nicht mehr bangen muss, dass ein Dienstleister, der Speicherplatz zur Verfügung stellt, eines Tages bankrott geht und er keinen Zugriff mehr auf seine Daten hat.

Die Entwicklung geht rasant weiter und aus der Sicht eines Softwareentwicklers sehe ich unter Tausenden, und ich kenne bei weitem nicht alle, nur sehr wenige Projekte, welche die gegebenen Anforderungen erfüllen können. KASPA ($KAS) als Zahlungssystem ist keine Blockchain mehr, sondern eine Blockdag genannte Weiterentwicklung, welche die Anforderungen eines Zahlungssystem, so wie ursprünglich für Bitcoin vorgesehen, erfüllen kann.

Internet Computer Protocol ($ICP) ist eine moderne Blockchain, auf der sich Daten und Applikationen dezentral konkurrenzlos günstig speichern lassen. Bitcoin und Ethereum sind genauso integriert, wie Sicherheitsfeatures und die Unabhängigkeit von Sidechains oder Brücken (Bridges) welche die Interaktion mit anderen Blockchains erlauben. Hier alle möglichen technischen Neuerungen und Vorteile aufzuzählen, würde zu weit führen. Die Webseiten zu diesen beiden Projekten bieten weitere Informationen.

Dies ist keine finanzielle, sondern eine technische Diskussion. Ich kenne mich in Software aus und kann beurteilen was und wie sie etwas macht, aber ich bin der schlechteste Geschäftsmann der Welt, von dem man keinerlei finanzielle Ratschläge entgegen nehmen sollte. Zudem sehe ich die Lösung für gesellschaftliche Probleme nicht in der Anwendung von privaten Kryptowährungen. Diese sind mehr eine Notlösung, eine Antwort auf einen totalitären Überwachungsstaat. Digitale Währungen und Blockchains sind maximal eine Ergänzung, die das Leben draußen in der Realität erleichtern sollten. Computer waren, sind und werden immer nur Werkzeuge bleiben, die Frage ist, wie man sie verwendet.

Mfg Chnopfloch

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33 Kommentare

  1. Meinig ussem Grosskanton

    «Gold ist Geld, alles andere ist Kredit.»
    John Pierpont Morgan (1912)

    Diese Aussage ist nach über 100 Jahren so wahr wie damals. Nur der Besitz von physischem Gold sichert den Werterhalt deines Besitzes. Dasselbe gilt auch für alle Kryptowährungen.
    Wer sich über Allfälliges informieren will, findet in diesem Artikel (https://voicefromrussia.ch/gold-ein-geopolitisches-thema-von-grosster-personlicher-brisanz/#) von Peter Hänseler eine Betrachtung, die Gegenparteirisiko, Bargeld-/Gold-Vergleich, Rolle der Banken, die Rolle der Zentralbanken und die (Vor-)Aussichten zum Thema hat.
    Der letzte Absatz straft die Aussage im vorletzten Absatz allerdings Lügen. Schade, Hr. Hänseler, trotzdem bedanke ich mich für die gelungene Zusammenfassung.
    Griess ussem Grosskanton

  2. Wilhelm Ochsenbauer

    Hallo lieber Chonpfloch, ich schätze dich sehr. Allerdings wenn es um Bitcoin geht kann und will ich dich nicht verstehen. Bitcoin ist dezentral und jeder kann eine Node laufen lassen kann, da die momentane Blockchain nur ca . 750 GB umfasst. Somit kann jeder die Blockchain herunterladen und verifizieren ob die Transaktionen wirklich stimmen. Bitcoin muss auf dem Main Layer langsam sein (Sicherheit, Trilemma) Du musst auch erwähnen das cryptos wie Bitcoin SV oder Bitcoin Cash aus dem Grund entstanden sind weil Bitcoin Node Betreiber dieser neuen Regeln größerer Blocks nicht akzeptieren wollten. Layer 2 Lösungen (Lightning fast Gebührenlos) können Zentral sein, kein Problem da es nur für kleine Zahlungen vorgesehen ist. Da Bitcoin wirklich begrenzt ist und des zentral und wir als User die Regeln mitbestimmen können ist es für mich eine Chance auf ein echtes faires Geld.

    • Schon mal eine Kosten-Nutzen Rechnung gemacht? Schon jetzt beklagen sich kleinere Miner über den geringen Profit den sie mit Bitcoin machen. Sonofatech ist ein Minerkanal auf YouTube, da erfährst Du mehr.

      Die Bitcoin Geschichte mit der Blockgröße ist ein eigener Krimi in Buchgröße:-)

      Ich bin nicht der Meinung, dass man aus nostalgischen Gründen an veralteter Technologie festhalten muss. Natürlich ist da auch sehr viel Hype dabei. Es gibt technisch bessere und vor allem sichere Lösungen, aber das Problem scheint vielmehr, dass sich Retail mehr für Marketing und Profit interessiert als für wirkliche Lösungen für echte Probleme.

    • steffenkd

      Hallo Wilhelm,

      was genau bringt dir denn das laufen lassen einer Node?
      Wenn deine Node bei 1MB-BTC-Core zensiert wird, dann musst du dir erstmal einen Youtuber, Blogger oder einen anderen Influencer suchen, der das publik macht und das an die Oeffentlichkeit weitergibt.
      Schlicht und einfach aus dem Grund, weil deine Node keinerlei Macht/Einfluss im Netzwerk hat und ausser dir keiner mitbekommen wuerde, dass du zensiert wurdest.
      Du kannst natuerlich alleine wegforken, aber ob das was bringt ist halt die Frage.
      Das so viel beworbene Dogma “run your own node” und “don’t trust verify” ist jedenfalls mit Vorsicht zu geniessen.

      Welchen Anreiz sollte ich haben, die Transaktionen von irgendwelchen anderen Menschen zu checken auf einem Netzwerk wo ich selbst Aufgrund von horrenden Gebuehren nichts machen kann und will?
      Macht fuer mich wenig Sinn.

      Das Bitcoin auf dem Main Layer langsam sein muss ist ein extremer und einseitiger Standpunkt und erstmal eine reine Behauptung, bei der die Begruendung wieder mit Vorsicht zu geniessen ist.
      Man hat Aufgrund von potentiel endloser “Dezentralitaet” jegliche Skalierbarkeit und Variabilitaet auf dem Mainlayer abgeschrieben.
      Im Endeffekt hat man eine Variable in eine Konstante umgewandelt, was dem System einen grossen Teil seiner Flexibilitaet und Anpassungsfaehigkeit genommen hat.
      Alles nur zugunsten einer Goettin namens “Dezentralitaet”.
      Du schreibst was von Trilemma; wo ist denn da die Balance zwischen den drei Punkten?

      BitcoinCash und BitcoinSV sind in erster Linie deshalb entstanden, weil im Hintergrund social engineering betrieben wurde und unterschiedliche Institutionen wie z.B. Mastercard, Axa und vermutlich noch einige andere das ganze unterwandert haben.
      Von diesen Institutionen kommt das Blocksizelimit, denn an einem skalierenden Bezahlsystem haben die keinerlei Interesse.
      Deswegen ist 1MB-BTC-Core mittlerweile “p2miner2p-digital-hodl” anstatt wie urspruenglich im Whitepaper beschrieben “p2p-electronic-cash”.

      Damit von sieben Milliarden Menschen jeder onchain einen Lightning Channel eroeffnen kann braeuchte man bei 6 tx/s ueber 40 Jahre.
      Davon abgesehen hat Lightning ein Routing Problem inklusive etlicher anderer Probleme.
      Und wie man “dezentralitaet, self custody, not your keys not your coins” und etliche andere Dogmen dieser Art auf dem Mainlayer bejubeln kann, nur um sie dann auf dem zweiten Layer komplett ueber Bord zu werfen ist mir bislang ein Raetsel.
      Das ist ein ziemlich heftiger Wiederspruch.
      Lightning und andere Second-Layer Versuche veranschaulichen aber eine Sache auf recht amuesante Art und Weise: seit Einfuehrung des Blocksizelimits st man bei 1MB-BTC-Core wieder auf der Suche nach einem Bezahlsystem, da das alte aus irgendeinem unerfindlichen Grund nicht funktioniert hat.

      Bei Bitcoin bestimmt niemand bei irgendwelchen Regeln mit.
      Bei Bitcoin gibt es nur eine Regel und die lautet “Ehrlichkeit”.
      Das Wort wird im Whitepaper 16 mal erwaehnt und das nicht ohne Grund.
      Und nein, eine Mehrheit an Hashrate entscheidet nicht was richtig oder falsch ist. Das waere wie wenn der Typ mit den dicksten Muskeln im Dorf den Ton angibt egal ob das nachweislich falsch ist.
      Wahrheit und Ehrlichkeit spielen eine Rolle.

      Bitcoin, so wie urspruenglich im Whitepaper beschrieben war die Chance auf ein faireres Geld.
      1MB-BTC-Core ist das de facto nicht mehr. Das ist eine verkrueppelte Variante, die nachweislich nicht mehr die Funktionalitaeten erfuellen kann, die im Whitepaper beschrieben wurden.
      Was den etablierten Maechten entgegenkommt. Deswegen unterstuetzt auch Jack Dorsey (Block Inc.), Mastercard & Co die Entwicklung von 1MB-BTC-Core, weil sie selbst als Zahlungsdienstleister taetig sind.
      Die haben ein massives Interesse, dass sich 1MB-BTC-Core durchsetzt.
      Denn wuerde sich z.B. BitcoinSV durchsetzen, was dem im Whitepaper beschriebenen Design bislang am naechsten kommt, dann waere das ein Wettbewerber dem sie oekonomisch betrachtet nicht das Wasser reichen koennten.
      Abgesehen von Zahlungsdienstleistern haette Bitcoin das Potential noch etliche andere Bereiche zu disrumpieren (nicht komplett ueberfluessig machen).
      Und normalerweise straeubt sich jede Branche und auch jeder Mensch gegen Veraenderung, da das mit Arbeit, Aufwand und Schmerz verbunden ist.
      Ist immer doof, wenn einem das Kissen auf dem man es sich gemuetlich gemacht hat ploetzlich weggezogen wird.
      Und “the powers that be”, inklusive der Zahlungsdienstleister, Silicon Valley und BigTech haben wenig Interesse daran, dass an ihren Machtpositionen geruettet wird.
      Haette ich an deren Stelle auch wenig Lust drauf.

      Wer glaubt, dass die Maechtigen und Geheimdienste dieser Welt 15 Jahre tatenlos zugesehen haben wie sich Bitcoin entwickelt und jetzt erst durch Regulierungen usw. versuchen darauf reagieren den halte ich fuer naiv.
      Die Unterwanderung und Uebernahme ist 2014-2017 passiert in Form der sogenannten Blocksizewars.
      Und ob das eine gute Sache war wird die Zeit zeigen.
      Das gute am Markt ist naemlich, dass er nie zu Ende entschieden hat.

  3. Nektarius

    “Als Softwareentwickler kann ich nicht beurteilen, mit welcher Kryptowährung man am meisten Geld generieren kann.”

    Ein Tipp: Die Recheneinheit (Euro) welche du im Kopf hast kannst du beliebig austauschen. Ändere sie z.b. in Bitcoin und deine Wahrnehmung auf die Welt ist plötzlich anders. plötzlich wird langfristig alles billiger, wie schön ist das denn…

    Ach ja, es steht dir frei, du kannst auch in türkischer Lira rechnen, ist aber wohl nicht zu empfehlen.

    • Ich habe gerne eine stabile nonvolatile Währung. Alles andere ist Casino.
      Oder willst Du an einem Tag 200 Satoshi für einen Kaffee und am nächsten 300 Satoshi und am folgenden Tag 280 Satoshi bezahlen? So lässt sich nicht wirtschaften. Auch wenn alle sonstigen Fiat-Währungen an Wert verlieren, kurz- und mittelfristig kann man damit besser kalkulieren.

      Mfg Chnopfloch

      • Nektarius

        kannst ja gerne nach wie vor in Euro bezahlen. aber sparen und rechnen (natürlich nicht jeden Kaffee) in Bitcoin macht Sinn.

      • Wilhelm Ochsenbauer

        Bitcoin ist noch nicht so weit ein Zahlungsmittel zu sein ( zu Volatil) . Weil die Marktkapitalisierung noch zu gering ist. Zum Beispiel Gold hat das 10 fache deshalb steigt oder fällt es auch nicht so schnell wie Bitcoin . Das ändert sich aber mit der Zeit( siehe BTC Chart von 2009- jetzt)

  4. birgit

    Vanguard und Black Rock haben laut internationaler Statistik die höchsten Anteile an Bitcoins gebunkert;kaum vorstellbar,dass der Bitcoin nutzlos wird.

    • Das sagt ja auch niemand. Die Banken werden Bitcoin als Reserve Währung missbrauchen und den ganzen Betrug noch ein paar Jahre weiter führen.

      • Bitcoin steht für alle offen, somit auch für Investmentbanken etc. das ist der Ethos von Bitcoin und wurde von Satoshi bereits vorausgesagt.

    • Wilhelm Ochsenbauer

      Zeige mir die Adressen von Blackrock und Vanguard! würde mich sehr interessieren 😌

  5. birgit

    Mir fällt dazu Patent ID20200 060606Microsoft Bodyactivity ,Kryptocurrency and Mining ein, erteile einem Nutzer(welcher an der Cloud ist),eine Aufgabe und kassiere dafür Bitcoins. Bei Wikipedia findet man es evtl auch unter Body to body networking und als Fiktion. Aber selbst recherchieren. steht auch in engem Zusammenhang mit Optogenetik,Gehirnoverlay,komplette Steuerung durch Graphenoxyd,Nanobots,etc.durch technische Biowaffen Injektion und sollte verboten sein. Kleiner Hinweis, so meine Meinung, ALLE Experimente diesbezüglich hätten niemals an Menschen durchgeführt werden dürfen, da der Mensch i. Der Fiktion von Recht nicht vorkommt. Fast alle Handelsgebiete weltweit verwalten ausschließlich JURISTISCHE PERSONEN und versuchen,eine Einlassung zu. erwirken. Ich hoffe,dieser Hinweis verbreitet sich vielleicht doch noch und verhindert das nächste Fiasko.Wie kann Bill Gates ein Patent auf menschliche Haut angemeldet haben?Rechtlich unmöglich ! Wie fast alles.Nur die Unkenntnis und Ignoranz der Herde (verwaltet werden neben JP’s Tiere,also auch Schafe-deswegen auch der Begriff Herdenimmunität und Sachen..

  6. Martin Häcki

    Guten Tag Chnopfloch,
    Ich teile die Beurteilung von Bitcoin und seine technischen Probleme. Bitcoin Cash ist eine Abspaltung aus diesem Grund. Bitcoin Cash bestand dann aber aus zwei Lagern und so spaltete sich davon das Bitcoin Satoshi Vision BSV ab. Dieses BSV hat alle deine aufgeführten Mängel des Bitcoins korrigiert und besonders werden alle Daten, Bilder, Code etc. auf der Blockchain gespeichert!!
    https://www.bsvblockchain.org/
    Schau dir dies genau an und die Transaktionen sind super schnell und spott billig.

    • Da hat sich was getan. Aber wenn man keine Webseiten oder eine KI darauf laufen lassen kann, dann ist sowas obsolet.
      Aber die Bitcoin Cash Geschichte war damals schon eine spannende Nummer, fast ein Krimi.

      Mfg Chnopfloch

      • Samuel

        Wieso sollte man Webseiten und KI’s auf einer Blockchain laufen lassen wenn sie für den Zahlungsverkehr gedacht ist?

        LG Samuel

        • Vielleicht weil eine KI und Sicherheit für Zahlungsverkehr nützlich ist?
          Wenn Du ein Interface benutzen musst, welches nicht auf derselben Blockchain läuft, existiert immer ein Sicherheitsrisiko.

          • Samuel

            Wieso ist KI für den Zahlungsverkehr nützlich? Sicherheit ist wichtig, aber aus meiner Sicht bietet die Sicherheit das Bitcoin Netzwerk. Wenn du KI’s und Webseiten auf der Blockchain haben willst, kann kein “normaler” Mensch mehr eine Node betreiben (Am Netzwek teilnehmen). Die nicht technischen Menschen werden immer einer drittperson Vertrauen müssen, um Transaktionen zu tätigen.

            LG Samuel

            • Am Netzwerk teilzunehmen ist heute so teuer, dass es ein Witz ist. Deshalb findet man kaum kleine Miner, die Bitcoin Minen. Die verdienen in erster Linie mit Altcoins. “Am Netzwerk teilnehmen” ist ein Mythos, der bis heute fort besteht. Du kannst gerne selbst einmal eine Kosten-Nutzen Rechnung machen, dann wirst Du sehen, dass man erst einmal viel Geld in die Finger nehmen muss, um eine Node aufzusetzen und zu unterhalten.

              Das Bitcoin Netzwerk mag selbst sicher sein, aber die Wallet nicht, wenn sie nicht auf der selben Blockchain läuft. Und was eine KI alles zur Vereinfachung von finanziellen Vorgängen tun kann, werde ich Dir hier nicht erklären.

              • Samuel

                Für mich heisst am Netzwerk teilzunehmen, eine Bitcoin Node zu betreiben und nicht zu Minen, das ist ein Unterschied. Man kann mit einer Investition von ca.120€ eine Bitcoin Fullnode betreiben und somit am Netzwerk Teinehmen. Das Minen ist ein durch Angebot und Nachfrage getriebener Prozess, wer die günstigste Energie bekommt hat die besten Voraussetzungen zu Minen. Nur schon deshalb lohnt es sich in den deutschsprachigen Länder nicht, Bitcoins zu minen.
                Es gibt unterschiedliche Wallets, wenn du zum Beispiel ein Paper Wallet generierst, ist das Wallet absolut sicher, dann hast nur du die Macht über das Wallet. Aber es gibt auch Open Source Wallets (die mehr komfort bieten) und da kannst du den Code einsehen und selber entscheiden ob du der Software vertraust oder nicht. Die Aussage das ein Wallet nicht sicher ist wenn sie nicht auf der Blockchain läuft ist falsch. Hast du einmal erklärt was KI zur Vereinfachung von finanziellen Vorgängen hilft?
                LG Samuel

              • Ich schrieb von Sicherheitsrisiko. Dreh mir bitte meine Worte nicht um.
                Bei Software muss man immer vom dümmsten anzunehmenden User (DAU) ausgehen, was Du da vom Benutzer verlangst, ist ein IT-Studium.

                https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCmmster_anzunehmender_User

      • Martin Häcki

        Mit aktuell einer Fähigkeit von 50‘000 Transaktionen pro Sekunde ist es Spitzenreiter und schneller als Mastercard oder Visa.
        Das mit den Webseiten muss ich nachforschen. Es gab einen Browser um eine auf BSV gespeicherte Webseite anzusehen. Bezüglich KI kenne ich noch nichts.
        Die Blockchain dient ja primär als Datenspeicher, Apps nutzen diese Daten danach für spezifische Anwendungen.
        Ein sehr interessanter Datensammler auf der BSV Blockchain sind die > 10‘000 Wetterstationen, welche stündlich ihre Wetterdaten in die BSV Blockchain schreiben und mit ihrer individuellen Wallet auch selbst dafür bezahlen. Mit einem US Cent in BSV können diese mehr als 30‘000 Transaktionen mit ihren Weterdaten schreiben.
        https://weathersv.app/davis

        Dies ist sicher schon mal eine gut Grundlage für KI, supergünstige Transanktionen, welche von KI selbst ausgelöst, bezahlt und abgefragt werden können.

        Mfg Martin

        • BSV überzeugt mich nicht. Weder die Tech, noch die dahinter stehende Mannschaft. Vergleiche doch mal die aktiven Entwickler von BSV und ICP.

          Der Consensus wird bei ICP auf dem Subnetz Level mit GDPR Compliance erreicht. Darum auch die finality Zeit von nur einer Sekunde. Durch die neue Subnetstruktur von ICP kann durch das hinzufügen neuer Subnetze unendlich skaliert werden. Das kann BSV zum Beispiel nicht. Es gäbe da noch viel mehr Neuerungen zu erwähnen. Wie gesagt, Bitcoin ist ein älteres Konzept und BSV basiert wohl darauf.

          Letzten Endes muss jeder selber wissen was er tut. Die Marketmaker werden schlussendlich entscheiden was der Markt akzeptieren soll. Da spielt die Tech eine untergeordnete Rolle. Das sieht man schon an der überaus gehypten Solana Blockchain. Da hat mir bis jetzt auch noch niemand erklären können, was daran nun so innovativ sein soll.

        • steffenkd

          Ich denke nicht, dass die Blockchain als Datenspeicher sinnvoll ist, abgesehen von ein paar Ausnahmen die die Regel bestaetigen werden.
          Man kann mit Bitcoin (BSV) im Endeffekt Lese-, Schreib und Ausfuehrungszugriffe auf unterschiedlichse Inhalte delegieren.
          welche auf herkoemmlichen Servern verschluesselt gespeichert sind und abgerufen werden koennen.

  7. Manuela

    Du hast vollkommen recht. Jedoch gibt es ein Projekt was wirklich dezentral ist und eine Währung im.Hintergrund entsteht, die über Cashback generiert wird. Alle Konten bzw. Smartcontracrs wurden in die dezentrantralität gelegt. Die Währung aus dem Cashback sind Voucher und die Reservewährung ist ein deflationärer Coin. Ist seit 10 Jahren aufgebaut und genial zusammengestrickt. Und das Wichtigste ist du hast überall Akzeptanzstellen. Die Gründer wollen die Welt gerechter machen. Ich bin seit 2 Jahren in dem Projekt und rs wächst sehr gut. Nur mal dazu, das es wirklich viel Schrott gibt und viele Menschen einfach nur die Gier und die Angst treibt. Ich selber halte auch nicht viel von Bitcoin weil ich auch keinen Sinn darin sehe. Und die ETF sind die blanke Verarsche. Meine Meinung. Liebe Grüße Manuela

  8. orpheus

    Ich bin auf dem Internet seit 1989, also vor dem WWW. Bitcoin habe ich mir angeschaut, als der Kurs bei 500 Fr. lag. Ich bin nicht eingestiegen, weil es alle Merkmale einer Fiatwährung hat, ausser der endlosen Vermehrbarkeit. Plus war mir damals schon klar, dass es sehr viele Kryptowährungen geben wird.
    Für mich ist heute das Qortal Projekt interessant, da es vollständig dezenztral ist.

  9. hubert krauth

    ahhh Danke
    das is mal endlich ” Butter bei die Fische”

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